regine temmel D-79736 Rickenbach
aktuelles
Innen-Ansichten November 2017
Wie entsteht ein Gemälde? Was verbirgt sich hinter den obersten, sichtbaren Farbschichten? Wie wächst ein Bild in seine Form hinein? Welche Fragen beschäftigen mich beim Malprozess? Was bewegt mich dabei innerlich? Hier finden Sie regelmäßig eine neue "Entstehungsgeschichte" zu einem aktuellen Gemälde.
Aktuelles Seit 30. Juli 2015 Einzelausstellung (Dauerausstellung mit wechselnden Arbeiten) im Kur- und Gesundheitszentrum Friedborn, Rickenbach www.friedborn.de 13. Januar bis 18. Februar 2018 Teilnahme am Grand Salon in der Villa Berberich, Bad Säckingen
Wie immer habe ich vor dem Malen meditiert und vor Beginn eines neuen Bildes innerlich Worte an mir vorüberziehen lassen. Ich bleibe an „das Wesentliche“ hängen, und so landen diese Worte als dünn lasierter Schriftzug auf der Leinwand. Danach setze ich zügig leuchtende Farbpunkte. Es dominiert das Gelb, denn ich möchte diese besondere Stimmung einfangen, wenn im herbstlichen Wald die gelben Blätter in einem leichten Windzug von den Bäumen rieseln...
Ich liebe diese „wilde“ Phase des Malprozesses, alles steht noch auf Anfang. Mit ganzem Körpereinsatz verteile ich Farbe, lasse Wasser fließen, spachtle, verziehe die Farbe mit einem Spatel und kratze sie stellenweise wieder ab. Es deuten sich Baumstämme, Himmel und Erde an.
Meine Landschaftsbilder plane ich nicht vorher, selbst wenn ich teilweise Fotos als Anregungen benutze. Diese dienen nur als Ideenvorlage, das jeweilige Bild entsteht immer aus sich selbst heraus, fast als ob es ein Eigenleben hätte. Gerade nach der Anfangsphase sitze ich oft einfach lange vor dem Bild und schaue, was daraus entstehen will. Jetzt arbeite ich erst mal die Baumstämme etwas deutlicher aus...
Ich verfeinere den Farbauftrag, male mit Weißzumischungen verschwommene Konturen, modelliere an den Baumstämmen. Das Gelb der Blätter verschwindet dadurch erst mal weitgehend bzw. bleibt nur als Andeutungen zu erkennen.
Jetzt kommt das, worum es mir eigentlich ging: nämlich die „tanzenden  Blätter“! Mit breitem Pinsel und pastosem Farbauftrag male ich die Blätter mit einer Mischung aus Weiß, Indischgelb, Azogelbtönen und Orange, teils verschwommen und unscharf, um die Bewegung eines fallenden Blattes anzudeuten.
... dann mische ich wieder dünnflüssige Farb-Wasserlasuren an in Weiß, Gelb und Hellblau und lasse sie von oben nach unten fließen, wo es gerade passt. Auf ihrem Weg durchs Bild zieht das Wasser teilweise auch die Farbe darunter mit, was weitere interessante Mischungen ergibt. Außerdem entstehen durch die Nässe auch zufällige Farbabtragungen, die lebendige Effekte ergeben.
Mai 2018 Veröffentlichung im Kunstband INTERNATIONALE KUNST HEUTE - 2018 mit der Werkserie "Wasserlichttanz I - III" http://www.internationalekunstheute2018.de/252/
Begleittext von Dr. Ingrid Gardill, Kunsthistorikerin Die   Malerin   Regine   Temmel   setzt   sich   in   ihren   Arbeiten   intensiv   mit   dem   Thema   Natur   auseinander.   Ihr   Umzug   in   den Südschwarzwald,   wo   sie   nach   langjährigen   Auslandsaufenthalten   angekommen   ist,   trägt   sicherlich   mit   dazu   bei.   Neben Wäldern   und   Lichtungen   inspiriert   sie   in   jüngster   Zeit   vorwiegend   Wasser,   das   sie   in   Gestalt   des   Meeres   in   der   Bucht,   als Bachlauf   oder   auch   –   und   hier   liegt   eine   gewisse   Vorliebe   –   als   Wasserfall   in   größtmöglichem   Aufruhr   in   ihren   Bildern einfängt. Dabei   nimmt   die   Künstlerin Abstand von   der   bloßen   äußeren   Erscheinung   des Wassers,   blickt   ein   Stück   tiefer   und   möchte dessen    „Seele“    ergründen.    Doch    um    dahin    zu    gelangen,    bezieht    sie    sich    selbst    und    die    nicht    sichtbare    Interaktion zwischen   sich   und   dem   Gemalten   mit   in   den   Prozess   ein.   Dies   kann   der   Betrachter   letztlich   auch   empfinden,   obwohl   er zunächst   „nur“   ein Wasser-Bild   sieht.   Um   diesem   möglichst viel   davon   zu vermitteln,   benennt Temmel   die   Bilder   zusätzlich
nach   der   bestimmten   Energie,   die   sie   während   des   Schaffensprozesses   im   nonverbalen   Dialog   mit   dem   Motiv   des   Wassers   spürt.   Im   Fall   der Dreierserie   Wasserlichttanz    sind    es    Raum,    Stille    und    Sein.    Sie   wählt    diese    Bezeichnungen    trotz    der    ungeheuer    starken    Dynamik    des    im    Licht glänzenden   Wassers,   das   in   jedem   Bild   eine   andere   Erscheinung   zeigt.   Je   nach   der   Stelle,   an   der   es   über   die   Steine   rauscht,   bildet   es   andere aufgewühlte Formationen von großer Durchlässigkeit, die Temmel fast bis in die Abstraktion führt. So   trägt   jedes   der   kraftvollen   Bilder   nicht   nur   eine   Energiebotschaft,   mit   der   der   Betrachter   in   Resonanz   gehen   kann,   sondern vermittelt   ihm   etwas von der potentiellen Wirkung des Dargestellten und erweckt damit vielleicht auch die Sehnsucht, sich damit zu verbinden.
Innen-Ansichten November 2017
Wie entsteht ein Gemälde? Was verbirgt sich hinter den obersten, sichtbaren Farbschichten? Wie wächst ein Bild in seine Form hinein? Welche Fragen beschäftigen mich beim Malprozess? Was bewegt mich dabei innerlich? Hier finden Sie regelmäßig eine neue "Entstehungsgeschichte" zu einem aktuellen Gemälde.
Aktuelles Seit 30. Juli 2015 Einzelausstellung (Dauerausstellung mit wechselnden Arbeiten) im Kur- und Gesundheitszentrum Friedborn, Rickenbach www.friedborn.de 13. Januar bis 18. Februar 2018 Teilnahme am Grand Salon in der Villa Berberich, Bad Säckingen
Wie immer habe ich vor dem Malen meditiert und vor Beginn eines neuen Bildes innerlich Worte an mir vorüberziehen lassen. Ich bleibe an „das Wesentliche“ hängen, und so landen diese Worte als dünn lasierter Schriftzug auf der Leinwand. Danach setze ich zügig leuchtende Farbpunkte. Es dominiert das Gelb, denn ich möchte diese besondere Stimmung einfangen, wenn im herbstlichen Wald die gelben Blätter in einem leichten Windzug von den Bäumen rieseln...
Ich liebe diese „wilde“ Phase des Malprozesses, alles steht noch auf Anfang. Mit ganzem Körpereinsatz verteile ich Farbe, lasse Wasser fließen, spachtle, verziehe die Farbe mit einem Spatel und kratze sie stellenweise wieder ab. Es deuten sich Baumstämme, Himmel und Erde an.
regine temmel D-79736 Rickenbach
Meine Landschaftsbilder plane ich nicht vorher, selbst wenn ich teilweise Fotos als Anregungen benutze. Diese dienen nur als Ideenvorlage, das jeweilige Bild entsteht immer aus sich selbst heraus, fast als ob es ein Eigenleben hätte. Gerade nach der Anfangsphase sitze ich oft einfach lange vor dem Bild und schaue, was daraus entstehen will. Jetzt arbeite ich erst mal die Baumstämme etwas deutlicher aus...
... dann mische ich wieder dünnflüssige Farb- Wasserlasuren an in Weiß, Gelb und Hellblau und lasse sie von oben nach unten fließen, wo es gerade passt. Auf ihrem Weg durchs Bild zieht das Wasser teilweise auch die Farbe darunter mit, was weitere interessante Mischungen ergibt. Außerdem entstehen durch die Nässe auch zufällige Farbabtragungen, die lebendige Effekte ergeben.
Ich verfeinere den Farbauftrag, male mit Weißzumischungen verschwommene Konturen, modelliere an den Baumstämmen. Das Gelb der Blätter verschwindet dadurch erst mal weitgehend bzw. bleibt nur als Andeutungen zu erkennen.
Jetzt kommt das, worum es mir eigentlich ging: nämlich die „tanzenden  Blätter“! Mit breitem Pinsel und pastosem Farbauftrag male ich die Blätter mit einer Mischung aus Weiß, Indischgelb, Azogelbtönen und Orange, teils verschwommen und unscharf, um die Bewegung eines fallenden Blattes anzudeuten.
Mai 2018 Veröffentlichung im Kunstband INTERNATIONALE KUNST HEUTE - 2018 mit der Werkserie "Wasserlichttanz I - III" http://www.internationalekunstheute2018.de/252/
Begleittext von der Kunsthistorikerin Dr. Ingrid Gardill Die   Malerin   Regine   Temmel   setzt   sich   in   ihren Arbeiten     intensiv     mit     dem     Thema     Natur auseinander.          Ihr          Umzug          in          den Südschwarzwald,    wo    sie    nach    langjährigen Auslandsaufenthalten    angekommen    ist,    trägt    sicherlich    mit dazu    bei.    Neben    Wäldern    und    Lichtungen    inspiriert    sie    in jüngster    Zeit    vorwiegend    Wasser,    das    sie    in    Gestalt    des Meeres   in   der   Bucht,   als   Bachlauf   oder   auch   –   und   hier   liegt eine    gewisse    Vorliebe    –    als    Wasserfall    in    größtmöglichem Aufruhr in ihren Bildern einfängt. Dabei   nimmt   die   Künstlerin   Abstand   von   der   bloßen   äußeren Erscheinung   des   Wassers,   blickt   ein   Stück   tiefer   und   möchte dessen    „Seele“    ergründen.    Doch    um    dahin    zu    gelangen,
bezieht    sie    sich    selbst    und    die    nicht    sichtbare    Interaktion zwischen   sich   und   dem   Gemalten   mit   in   den   Prozess   ein.   Dies kann    der    Betrachter    letztlich    auch    empfinden,    obwohl    er zunächst „nur“ ein Wasser-Bild sieht. Um    diesem    möglichst    viel    davon    zu    vermitteln,    benennt Temmel   die   Bilder   zusätzlich   nach   der   bestimmten   Energie,   die sie   während   des   Schaffensprozesses   im   nonverbalen   Dialog mit    dem    Motiv    des    Wassers    spürt.    Im    Fall    der    Dreierserie Wasserlichttanz   sind   es   Raum,   Stille   und   Sein.   Sie   wählt   diese Bezeichnungen   trotz   der   ungeheuer   starken   Dynamik   des   im Licht    glänzenden    Wassers,    das    in    jedem    Bild    eine    andere Erscheinung   zeigt. Je   nach   der   Stelle,   an   der   es   über   die   Steine rauscht,   bildet   es   andere   aufgewühlte   Formationen   von   großer Durchlässigkeit, die Temmel fast bis in die Abstraktion führt. So      trägt      jedes      der      kraftvollen      Bilder      nicht      nur      eine Energiebotschaft,   mit   der   der   Betrachter   in   Resonanz   gehen kann,    sondern    vermittelt    ihm    etwas    von    der    potentiellen Wirkung   des   Dargestellten   und   erweckt   damit   vielleicht   auch die Sehnsucht, sich damit zu verbinden. www.internationalekunstheute.com